Stiftung Maria-Rast
Lebendiges Altwerden
 

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in den Häusern der Stiftung Maria-Rast

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Pflege- und Betreuungskonzept

Die Pflege und Betreuung in den Häusern der Stiftung Maria-Rast leitet sich vom Leitbild der Einrichtung ab.
Wir unterstützen pflegebedürftige Menschen, ein selbstbestimmtes Leben in der Sicherheit und Geborgenheit einer Gemeinschaft zu führen.
Ausgehend von der persönlichen Lebensgeschichte jedes Einzelnen streben wir an, dass die in unseren Häusern lebenden Menschen durch ein individuelle, fördernde Pflege und Betreuung ein größtmögliches Maß an Selbständigkeit und Lebenszufriedenheit behalten bzw. wiedererlangen.

Pflegeorganisation

Nach dem System der Bereichspflege ist jedem Wohnbereich (16-20 Bewohner) ein festes Team von Mitarbeiter/innen zugeordnet. Die Ablauforganisation orientiert sich am ganzheitlichen Pflegesystem: Es werden nicht die einzelnen Arbeiten verteilt, sondern Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen einander zugeordnet. Im Rahmen der ganzheitlichen Pflege orientieren sich die Inhalte und Abläufe an den Lebensgewohnheiten und Bedürfnissen der Bewohner/innen.

Pflegemodell

Grundlage des pflegerischen Handels ist das Pflegemodell von Monika Krohwinkel, weil sich dieses an den menschlichen Bedürfnissen orientiert und auf deren Befriedigung ausgerichtet ist.
Frau Krohwinkel betont, dass es eine zentrale Aufgabe von Pflege und Betreuung sei, Menschen in Krisen hilfreich zu begleiten. Durch die Art und Weise, wie Pflegende in solchen Situationen handeln, wird ein großer Einfluss darauf ausgeübt, ob ein Mensch im Gefühl verharrt, gefährdet zu sein, oder ob er Vertrauen, Zuversicht und Hoffnung wiedererlangen kann.
Ein Aspekt von Lebensqualität besteht darin, dass durch den Einzug in das Heim die Kontakte zu Familie und Bekannten nicht abreißen. Insbesondere bei demenzerkrankten Bewohnern sind die Angehörigen oft die einzigen, die Auskunft darüber geben können, wie das Leben dieser Menschen verlaufen ist, was Ihnen wichtig war, was sie für sich erwarten.
Insofern ist die Kontaktpflege zu Angehörigen und anderen Bezugspersonen und deren Einbindung in den Pflegeprozess ein wichtiger Teil unseres Pflegekonzeptes.
Monika Krohwinkel bezieht die individuelle Umgebung, die Bezugspersonen, die Lebensverhältnisse und die gesundheitliche Situation sowie Fähigkeiten und Einschränkungen in die Pflegeplanung ein.

Daraus entwickelte sie ihr AEDL-Konzept (Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens):

  1. Kommunizieren
  2. Sich bewegen
  3. Vitale Funktionen des Lebens aufrechterhalten
  4. Sich pflegen
  5. Essen und Trinken
  6. Ausscheiden
  7. Sich kleiden
  8. Ruhen und Schlafen
  9. Sich beschäftigen
  10. Sich als Mann oder Frau fühlen
  11. Für eine sichere Umgebung sorgen
  12. Soziale Bereiche des Lebens sichern
  13. Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen

In der praktischen Durchführung ergeben sich daraus vier ineinander übergehende Phasen, und zwar:

  • Erhebung
    der Pflegeanamnese und Pflegediagnose unter
    Berücksichtigung der individuellen Biographie;
  • Planung
    der Pflegeziele und Maßnahmen;
  • Durchführung
    als kreative Umsetzung der Pflegeplanung
  • Auswertung
    des Erreichten und Überprüfung bzw. Korrektur der Pflegeziele.
Pflegestandards / Expertenstandards

Bei der Durchführung der in der Maßnahmenprozessplanung festgelegten Pflege- und Betreuungsmaßnahmen gelten die individuell definierten und schriftlich hinterlegten Pflegestandards als handlungsweisend. Eine wichtige Grundlage sind die nationalen Expertenstandards.
Die Integration der behandlungspflegerischen Maßnahmen geschieht in Kooperation mit den behandelnden Ärzten und Fachärzten. Alle ärztlichen Anweisungen werden im Dokumentationssystem hinterlegt.

Pflegedokumentation

Für die Planung und Überprüfbarkeit aller Pflege- und Betreuungsmaßnahmen wird ein EDV-gestütztes Dokumentationssystem eingesetzt.
In der individualisierten Pflegedokumentation werden alle pflegerelevanten Daten der Bewohner/innen (Stammdaten, Verordnungen, Diagnosen, Pflegeplanung, Pflegeberichte, Leistungsnachweise usw.) erfasst. Durch den Einsatz der professionellen Pflegedokumentation werden Informationsverluste, die bei rein mündlicher Weitergabe entstehen könnten, verhindert.
Weitere allgemeine Daten und Grundlageninformationen (z.B. Expertenstandards) sind im hausinternen Intranet hinterlegt.

Psychosoziale Betreuung

Neben der sachgerechten medizinisch-pflegerischen Versorgung ist ein vielfältiges Angebot zur Förderung und Erhaltung der psychischen Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefindens ein wesentlicher Bestandteil des Pflegekonzeptes.
Die Mitarbeiter/innen des Begleitenden Sozialdienstes (BSD) bieten neben der Einzelbetreuung (z.B. in Krisensituationen) an allen Werktagen Gruppenveranstaltungen an.
Die wöchentlichen Veranstaltungen werden ergänzt mit der Durchführung von Festen und Sonderveranstaltungen. Mindestens zweimal jährlich werden Großveranstaltungen (Sommerfest, Konzerte) angeboten, zu denen auch Angehörige und Außenstehende eingeladen sind.

Palliativpflege

Ein respektvolle Begleitung, Betreuung und Versorgung von schwerkranken und sterbenden Menschen ist Bestandteil unseres Pflegeverständnisses. Bei der Palliativpflege steht die Linderung möglicher leiden im Vordergrund, nicht die Lebenserhaltung um jeden Preis.
Unser Ziel ist es, dass die Bewohner/innen ihr Leben in vertrauter Umgebung beenden können und eine Krankenhauseinweisung möglichst vermieden wird. Für begleitende Angehörige werden Speisen und Getränke sowie bei Bedarf auch eine Schlafmöglichkeit bereitgestellt. Auf Wunsch wird die Begleitung durch ehrenamtliche Mitarbeiter des Hospizdienstes ergänzt.
Nach dem Tod wird in Kooperation mit den katholischen und evangelischen Geistlichen eine Aussegnungsfeier am aufgebahrten Sarg angeboten, an welcher Angehörige und Mitbewohner teilnehmen können.
Bis zur Beisetzung wird – bei Zustimmung der trauernden Angehörigen - mit einer Gedenkkerze und einer Fotographie auf dem jeweiligen Wohnbereich des Verstorbenen gedacht.

 

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Letzte Änderung: 13.07.2010